Ausführliche Informationen zu folgender Veranstaltung:

SR 2003 08.02.2020 - 15.02.2020 8 Tage Skitourenreise Türkei 1250 €

Skitourenreise Südtürkei/Kappadokien

Hohe Vulkane in Zentralanatolien

Diese Reise führt uns ins Zentrum der Tauruskette, die sich vom Mittelmeer bei Antalya bis zum Schwarzen Meer an der armenischen Grenze zieht. Das Aladaglar Gebirge (seit 1995 Nationalpark) ist mit dem Gipfel des Demirkazik Dagi, 3756 m die höchste Gebirgsregion des zentralen Taurus. Unser Standort befindet sich 40 km südöstlich von der Stadt Nigde unmittelbar am Fusse dieses markanten Berges und in Mitten einer Region hochalpiner 3000er.

Vor allem auch die vorgelagerten Vulkane Erciyes Dagi (3916 m) und Hassan Dagi (3268 m) machten die zentral-anatolische Region zu einem idealen Skitourenrevier.

Die Anreise erfolgt über Istanbul und Kayseri mit Turkish Airlines. Anschliessend geht es in gemieteten Kleinbussen Richtung Süden bis in das Dorf Çamardi.Unser zu Hause für die nächsten Tage ist das Aladaglar Climber's Guesthouse. Recep der Hausherr ist mittlerweile eine Institution für Kletterer und Alpinisten in der Region.

Leistungen:

Inklusive:
•8 Tage Organisation und Reiseleitung durch Bergführer
•5 bis 6 Skitourentage
•5 Übernachtungen mit HP (2 bis 4 Pers. pro Wohneinheit)
•2 Hotel Übernachtungen im DZ in Kayseri
•Mietfahrzeug inkl. Treibstoff, alle Transfers
•Seilbahnticket Erciyres Dagi
•Sightseeingprogramm, Göreme, Ihlara Valley, Kayseri

Zusätzliche Kosten:
•Mahlzeiten und Getränke ausserhalb der Verpflegung in den Unterkünften (ca. 100,00 Euro)
•Flug nach Kayseri, hin und zurück 220 Euro (Stand 09/2018)

Anforderungen

Skitechnik:

Solide Skitechnik bei allen Schneeverhältnissen. Oft treffen wir sehr gute Firnverhältnisse bei unseren Touren im Taurus an. Es kann aber auch schon mal sehr hart sein in der Früh. Spitzkehren werden vorausgesetzt, vor allem an den Vulkanen wird es oben sehr steil (35 °bis 40° Steigung). Auch das Gehen mit Harscheisen, eventuell sogar mit Steigeisen kann vorkommen.

Kondition:

Es ist eine sehr gute Ausdauer für die Touren in Kappadokien Voraussetzung. Alle Touren liegen zwischen 1.300 und 1.800 Meter im Aufstieg und Abfahrt (4 bis 8 Std. Gehzeit mit Tagesrucksack).

Sonstiges:

Manchen Touren haben kurze Steilstücke im Aufstieg und wir müssen die Ski am Rucksack tragen. Bei unzureichender Schneelage in den Tälern kann es auch sein, dass wir die ersten 100 bis 200 hm zu Fuß gehen müssen. Normalerweise starten wir von unten mit den Fellen

Ausrüstung

Skitourenausrüstung:
•Tourenski, (Mittelbreite ca. 75 bis 85 mm), Felle, Harscheisen, Telekopstöcke
•Skitourenstiefel (aufstiegsorientiert)
•VS-Gerät, Sonde, Schaufel
•Tagesrucksack ca. 30-40 L
•Evtl. ABS Rucksack
•Steigeisen (angepasst für Skischuhe)
•Leichtpickel
•1. Hilfe Set
•Wachs, Fellkleber, Tape, evtl. Ersatzstöcke
•Skisack

Bekleidung:
•Skitourenbekleidung (Zwiebelprinzip) Goretex Überbekleidung
•Tourenhose
•Verschiedene Fleeceteile zum Unterziehen
•Funktionsunterwäsche
•Daunen- oder Kunstdaunenjacke
•Warme Mütze, Sonnenhut
•Warme und dünne Handschuhe
•Skibrille, Sonnenbrille
•bequeme Reisebekleidung
•leichte Trekkingschuhe
•Skisocken
•Flipflops, Crocks

Sonstiges:
•Schlafsack ca. (-5° - 15°)
•Stirnlampe
•Trinkflasche, Thermoskanne
•Waschzeug, Sonnenschutzcreme, Lippenstift
•Fotoausrüstung
•Reiseführer, Schreibzeug, Lesestoff, iPod, etc.
•Reisedokumente





Reisebericht Skitouren in der Südtürkei


Im März 2012 waren 3 Bergführer, Reiner Pickl, Michaela Karrasch und Sigi Wirth, in der Südtürkei im Taurus auf Erkundungsreise. Bereits bekannte Skitouren, aber auch Skitouren Neuland waren das Ziel. Sie waren begeistert über die schier endlosen Möglichkeiten. Das Ergebnis ist die Skitourenreise , die wir für Sie ab Winter 2013 anbieten.

Ein Bericht von Michaela Karrasch.




Wer an Skitouren in der Türkei denkt,hat meist den Berg Ararat im
äußersten Osten der Türkei im Kopf. Ein großer Fehler!


Schon 1,5 Stunden von der Küstenstadt Adana entfernt, warten im östlichen Taurusgebirge Skitouren, die keine Wünsche offen lassen, von den Vulkanen Erciyes und Hasan Dagy am Rande Westkappadokiens ganz zu schweigen.

Für Skitouren braucht man bekanntlich Schnee. Eine Stunde nach Adana ist davon noch nicht viel zu sehen. Im Gegenteil, der türkische Frühling gibt sein Bestes, Obstbäume blühen, die Wiesen leuchten grün wie bei uns im Mai. Doch unsere sorgenvollen Mienen sind unberechtigt. Kurz nach der Kilikischen Pforte, die schon im Altertum eine wichtige NS – Verbindung durch das Taurusgebirge war, erwarten uns die glitzernden Gipfel der Aladaglar – und Bolkarkette.

In Cucurbag, einem kleinen, urigen Dorf auf 1400 Meter Höhe nimmt uns Recep Ince in seiner gemütlichen Aladaglar Lodge auf. Schon für den nächsten Tag planen wir ein erstes Highlight: den 3700 Meter hohen Mount Emler. Mit 2300 Hm geht es gleich richtig zur Sache. Sollte für uns Trainierte machbar sein, denken wir, allerdings täuschen die Dimensionen und Entfernungen gewaltig. Ein felsiges Steilstück vor uns will einfach nicht näher kommen und wir haben viel Zeit, uns zu überlegen, wo es einen Durchschlupf geben könnte. Ein schon von weitem sichtbares Couloir löst sich dann aber überraschend auf, wir überwinden es zu Fuß. Vom Gipfel bietet sich dann ein überwältigendes Panorama. Bis weit nach Kappadokien reicht der Blick. Was für ein Kontrast – die glitzernden Hänge vor uns und dahinter weite braunen Ebenen und immer wieder schneebedeckte Berge in der Ferne. Wir können uns gar nicht satt sehen, und haben vor der Vielzahl an fantastischen Skitouren in unserer nächsten Umgebung die Qual der Wahl für die nächsten Tage.
Welche Überraschung auf der Abfahrt – mit ein bisschen Gespür für die optimale Exposition genießen wir griffigen Pulverschnee, für Ende März sicher die Ausnahme. Und obwohl es im Tal inzwischen schon recht warm geworden ist, können wir auf letzten Firnresten durch ein Bachbett bis zum Auto abfahren. Eigentlich ist eine solche Tour nicht mehr zu toppen – dachten wir. Den nächsten Tag lassen wir etwas geruhsamer angehen und nehmen uns den 2900 Meter hohen Pancarlik am Buldurus Pass vor. Wir lassen uns wieder durch anfänglich sanft ansteigende Hänge täuschen, die zum Gipfel hin immer steiler werden und an Vulkanflanken erinnern. Urplötzlich tauchen Täler und Einschnitte auf, wo vorher keine waren, ein einsamer Baum steht auf 2100 Meter in der Landschaft. Genau zur Mittagszeit erreichen wir den Gipfel.
Ein Muezzin ruft im Tal zu Gebet, was seltsam berührt unter diesen Umständen – im Schnee sitzend auf Skitour.
Schon vom Gipfel des Mount Emler sahen wir eine weitere hohe Gebirgskette im NW, die wir nicht recht zuordnen konnten. Wir fragen Recep danach, doch ihm ist nicht bekannt, dass dort jemals Skitouren unternommen wurden. Genau das Richtige für uns, schließlich sind wir zur Gebietserkundung hier!

Den Ruhetag in den heißen Thermalquellen von Ciftehan nutzen wir auch gleich, um dort nach möglichen Skitouren Ausschau zu halten. Eine kleine Strasse führt zuerst am Fuß, dann gegenüber der Nordflanken der Bolkarberge durch eine Hügelkette auf einen Pass. Von diesem Aussichtspunkt suchen wir mit dem Fernglass mögliche Anstiegsrouten und werden mehr als fündig. Auf 15 Kilometer Länge eine Schneeflanke schöner als die andere. Und nirgends eine Aufstiegsspur! Unsere Tage hier werden nicht ausreichen, alles zu befahren.

Wir entscheiden uns zuerst für eine Linie, die ihresgleichen sucht. Wie ein umgekehrtes S zieht ein Couloir ca. 750 Hm die steilen Flanken empor. Ob es durchgängig befahrbar ist, lässt sich von unserem Standpunkt aus schwer sagen, aber wir wollen es auf jeden Fall versuchen.
Am nächsten Tag ist schon nach ein paar Aufstiegsmetern alle Euphorie verflogen, ein steiler Wasserfall scheint unüberwindbar. Sigi findet dann doch eine Ausweiche zu Fuß im rechten Hang, bei Ausrutschern mit garantiertem Wasserkontakt. Dann schrauben wir uns Kehre für Kehre nach oben, mehrmals geht es wegen der Steilheit nur zu Fuß weiter. Immer wieder weicht anfängliche Skepsis einer Euphorie, wenn sich das Couloir scheinbar in den Felsen verliert, um dann doch nach einer vorher uneinsehbaren Biegung weiter nach oben zu ziehen. Schließlich weitet sich das Gelände und wir gelangen durch eine Felspforte auf unseren „Gipfel“, einem Grat auf 2990 m Höhe. Die steile Abfahrt in diesem exponierten Gelände ist aufregend. Glücklich wie große Entdecker stehen wir nach einigen Stunden wieder am Schluchteingang.

Heute stehen wir um 5;30 Uhr auf – der Muezzin ruft gerade. Es ist noch eiskalt in unserer Hütte. Ohne Frühstück geht es los, 105 Km zum Vulkan Erciyes Dagi, mit 3917 m die höchste Erhebung Zentralanatoliens. Schon aus 70 km Entfernung erhebt er sich majestätisch über der kargen Steppe. Nach einem Frühstück in Tehir Yaylasi, dem Skizentrum auf 2150 m Höhe, geht es zuerst 200 Hm gemütlich mit dem Lift bergauf, dann mit den Skiern sanft ansteigend über weitläufige Lavahalden. Wir wählen für den weiteren Anstieg eine Flanke links vom sogenannten Teufelscouloir, durch das wir später abfahren werden.
Allmählich wird es immer steiler,die Sonne verschwindet und ein eisiger Wind kommt auf. Der Schnee wird so hart, dass wir die Ski ausziehen und zu Fuß weitergehen. Am Grat erreicht der Wind Sturmstärke. Wir kämpfen uns um eine Felsnadel herum und weiter zum Schneegipfel. Den eigentlichen, felsigen Gipfel schenken wir uns. Nach den obligatorischen Gipfelfotos beeilen wir uns Höhe zu verlieren und carven rasch ins Tal, zuerst die steilen Gipfelflanken hinab, dann durchs enge Teufelscouloir. Am Ausgangspunkt kehren wir ein auf einen heißen Tee – Apres Ski auf Türkisch.
Ca. 200 Km westlich vom Erciyes wartet ein weiterer Vulkan auf unsere Besteigung, der 3240 m hohe Hasan Daghi.
Direkt am Rande von Kappadokien erhebt er sich 2000 Hm aus der Ebene, nicht ganz so imposant wie der Erciyes, aber fast eindrucksvoller durch seine symmetrische Form. Die Firnflanken lassen bei strahlenden Sonnenschein keine Wünsche offen und machen die Tour zu einem unvergleichlichen Erlebnis, mit dem wir diese rundum gelungene Skitourenwoche der etwas anderen Art beschließen.


Türkei – wir kommen wieder!